Funktionelle Ergebnisse nach der Behandlung von traumatischen Ellenbogenluxationen

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-17626
http://hdl.handle.net/10900/44668
Dokumentart: Dissertation
Date: 2005
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Weise, Kuno
Day of Oral Examination: 2002-11-19
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Ellbogenluxation , Ellbogengelenkfraktur
Other Keywords: funktionelle Ergebnisse
elbow , dislocation
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Inhaltszusammenfassung:

Die Ellbogenluxation ist nach der Luxation des Schultergelenkes die zweithäufigste Luxation überhaupt und auch eine der häufigsten Verletzungen des Ellenbogens selbst. Oftmals sind Ellbogenluxationen Sportverletzungen. Die Ellenbogenluxation bietet eine relativ hohe Zahl an Begleitverletzungen, die zum Teil einer operativen Revision bedürfen um ein einwandfreies Funktionsergebnis zu garantieren. Diese Nachuntersuchung soll einen Überblick geben über Epidemiologie, Luxationsformen, vorgang, -ursachen und -begleitverletzungen der Ellbogenluxation, Diagnostik und Therapie der Ellenbogenluxation sowie Indikationen zur operativen Behandlung und Auswirkung insbesondere von Begleitverletzungen, Therapieform und Ruhigstellungszeit sowie Verletzungsmuster auf das subjektive und objektive Behandlungsergebnis. An der Studie nahmen 31 Patienten teil, die an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Tübingen im Zeitraum zwischen Januar 1997 und Juni 2000 wegen einer Ellbogenluxation mit oder ohne knöcherner Begleitverletzung in die Klinik aufgenommen wurden. Erfasst wurden Anamnese, Therapieverlauf sowie das posttherapeutisches Ergebnis hinsichtlich Funktion und subjektiver Parameter - unter anderem mittels des klinischen Ellenbogen-Scores nach Morrey et al. Von allen Patienten wurden Röntgenbilder des luxierten Ellbogengelenks in zwei Ebenen angefertigt. Das Therapieschema bestand aus einer variablen Ruhigstellungszeit (durchschnittlich 16 Tage) - je nach Begleitverletzung bzw. operativer oder konservativer Behandlung im Fixateur extern oder im Gipscast und anschließender Anlage einer Bewegungsschiene für durchschnittlich 24 Tage. Bei 17 Patienten (54,8%) war die Ellenbogenluxation mit einer Luxationsfraktur verbunden. Die absolute Zahl operativer Eingriffe im Patientenkollektiv lag bei 21. Nach der Bewertungsscala des Morrey-Scores erreichten 32% der Patienten ein exzellentes und 48% der Patienten ein gutes Ergebnis. Bei 20% Patienten wurde das Behandlungsergebnis als zufrieden stellend bewertet. Keiner der nachuntersuchten Patienten hatte einen Gesamtpunktwert unter 50 was einem schlechten Behandlungsergebnis entspräche. Im Vergleich der Ergebnisse konservativ und operativ versorgter Ellenbogenluxationen konnten im eigenen Kollektiv keine nennenswerten Unterschiede im Behandlungsergebnis festgestellt werden obwohl der Anteil knöcherner Begleitverletzungen bei den operativ versorgten Patienten höher war. Die Ruhigstellungszeit war bei rein konservativ behandelten Patienten mit durchschnittlich 14 Tagen geringer als die operativ behandelter mit 19 Tagen. Indikationen zu einem operativen Vorgehen sind generell offene Luxationen, Luxationsfrakturen mit Dislokationen, Ellbogenverrenkungen mit Gefäß- oder Nervenverletzungen, Repositionshindernisse, Verrenkungen mit kompletten Kapselbandrupturen oder hochgradig instabile Luxationen. Das Fehlen von Begleitfrakturen, eine rasche und möglichst schonende Reposition, eine konservative Luxationsbehandlung im Gipscast, kurze Ruhigstellungszeit sowie ein niedriges Patientenalter begünstigen ein gutes Behandlungsergebnis. Bei ausgedehnteren Ruhigstellungszeiten länger als zwei Wochen finden sich viel häufiger Funktionsverluste. Schwerere arthrotische Veränderungen sind sehr häufig bei Patienten mit stattgehabter Luxationsfraktur zu beobachten. Vor allem bei Luxationen ohne Fraktur, die einer rein konservativen Therapie zugänglich sind, eignet sich eine Funktionsschiene (IROM Schiene) als Hilfsmittel zur zeitnahen posttraumatischen Mobilisation des luxierten Ellenbogens. Bei adäquater Versorgung und frühzeitiger Mobilisierung kann so selbst bei Ellenbogenluxationen mit moderaten Begleitverletzungen ein sehr gutes bis gutes Behandlungsergebnis erreicht werden.

Abstract:

BACKGROUND: The elbow dislocation represents the second most common dislocation in the upper extremity, dislocation of the shoulder being the most common, and is one of the most frequent injuries of the elbow itself often occurring in sports activity. The elbow dislocation is associated with a variety of accompanying injuries which often demand an operative treatment to grant a perfect result. An overview over epidemiology, variety, cause, occurrence and accompanying injuries of elbow dislocation, their diagnosis and therapy as well as indications for operative treatment is presented and the effect of these multiple parameters on the objective and subjective result evaluated. METHODS: Thirty-one patients with elbow dislocation were treated at the Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen between 1997 and 2000. In 17 cases (54,8%) the dislocation was associated with a fracture. The therapeutic scheme consisted of a variable time of immobilisation after reduction of an average of 16 days followed by attachment of a splint with a determinable range of motion (IROM) for an average of 24 days. Twenty-five patients were reexamined and radiographed, two filled out a questionnaire. The Morrey score was used to evaluate pain, limitation of motion, instability and daily activities. The overall results were excellent (32%) or good (48%), 20% had a fair result. CONCLUSION: the absence of accompanying fractures, a conservative treatment with a plaster cast, short period of immobilisation and a low age of the patient contribute to a good result. No significant difference could be seen between the conservatively and operatively treated elbow dislocations although the share of fractures in the operatively treated patients was higher. The immobilisation period of conservatively treated patients could be limited to an average of 14 days; the operatively treated patients were immobilized for an average of 19 days. Especially in conservatively treated elbow dislocations without fractures or accompanying injuries, a functional splint with a controllable range of motion (IROM-splint) represents a helpful device for early posttraumatic mobilisation, combining the possibility of early mobilisation with reduced danger of redislocation.

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